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Es war ein ganz gewöhnlicher Besuchsnachmittag meiner Mutter im Pflegeheim, als ich ihren Mitbewohner Herbert mit seiner Frau Maria im Garten sitzen sah. Er, der früher stundenlang über komplexe Geschäftsberichte brütete, sammelte nun mit kindlicher Begeisterung bunte Herbstblätter in eine kleine Schachtel. Seine Augen strahlten, als er ihr jeden Fund stolz zeigte – als hätte er einen Schatz entdeckt. Maria erzählte mir später: „Ich dachte, nach der Demenz-Diagnose wären unsere gemeinsamen Aktivitäten vorbei. Aber ich habe gelernt: Der Fokus liegt nicht auf dem, was verloren ging, sondern darauf, was möglich ist.“
Viele von uns, die einen geliebten Menschen mit Demenz begleiten, stehen vor der Herausforderung, wie wir den Alltag weiterhin sinnvoll und erfüllend gestalten können. Wie schaffen wir es, die Verbindung aufrechtzuerhalten, wenn Worte fehlen und Erinnerungen verblassen? Vielleicht befindest du dich auch in einer ähnlichen Situation. Ein geliebter Mensch hat Demenz, und du fragst dich, wie ihr gemeinsam weiterhin schöne Momente erleben könnt. Demenzfreundliche Aktivitäten können hier einen wertvollen Unterschied machen. Die gute Nachricht ist: Sie können nicht nur den Alltag bereichern, sondern auch die Verbindung zwischen euch stärken. Sie sind kleine Lichtblicke, die zeigen, dass trotz der Herausforderungen noch viel Lebensfreude und Würde möglich sind.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du sinnvolle Beschäftigungen findest, die zu euch beiden passen, und wie ihr gemeinsam Momente der Freude schaffen könnt. Das Wichtigste dabei: Zeit miteinander zu verbringen und das Gefühl zu bewahren, wertvoll und geliebt zu sein.
Warum Aktivitäten bei Demenz so wichtig sind
Als meine Mutter begann, sich immer mehr zurückzuziehen, merkte ich, wie wichtig es war, sie behutsam einzubeziehen. Zuerst war es nur ein vorsichtiges Angebot, gemeinsam Musik zu hören, später sangen wir zusammen alte Volkslieder. Und jedes Mal, wenn sie mitsang, sah ich einen Funken in ihren Augen, der mir zeigte: Hier ist sie noch, meine Mama. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Menschen mit Demenz nicht mehr lernen oder Freude empfinden können. Ihr Gehirn ist jedoch weiterhin aktiv und reagiert auf Reize, auch wenn die Art der Verarbeitung sich verändert hat. Aktivitäten sind nicht nur eine nette Beschäftigung, sondern ein essenzieller Bestandteil der Demenzversorgung.¹
Die Bedeutung von Aktivitäten bei Demenz ist wissenschaftlich gut belegt. Sie tragen maßgeblich zum Erhalt der Lebensqualität und Würde bei. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2024 belegt, dass Menschen mit Demenz, die regelmäßig an gemeinsamen Aktivitäten teilnahmen, weniger Verhaltensauffälligkeiten zeigten und länger selbstständig blieben.²
Der Fokus liegt darauf, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und zu stärken, anstatt sich auf die Defizite zu konzentrieren. Wenn wir Menschen mit Demenz in sinnvolle Aktivitäten einbinden, fördern wir nicht nur ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten, sondern reduzieren auch Unruhe, Ängste und herausforderndes Verhalten.³ Demenzfreundliche Aktivitäten schaffen eine Struktur im Alltag, geben Sicherheit und das Gefühl, gebraucht zu werden.
Aktivitäten für verschiedene Demenz-Stadien
Bei einem Besuch in einer Tagespflege-Einrichtung fiel mir etwas Bemerkenswertes auf: In einem Raum lösten drei Senioren konzentriert Kreuzworträtsel, während nebenan andere zu Schlagermusik tanzten und wieder andere mit bunten Tüchern spielten. Alle hatten eine Demenz-Diagnose, doch ihre Bedürfnisse waren völlig unterschiedlich. Das zeigte mir: Es gibt nicht die eine perfekte Aktivität – demenzfreundliche Aktivitäten müssen zu dem Menschen und seinem aktuellen Stadium passen.

Die Demenz ist keine statische Erkrankung; sie entwickelt sich in verschiedenen Stadien, und damit ändern sich auch die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Betroffenen. Was im frühen Stadium noch gut funktioniert, kann im späteren Verlauf überfordernd sein.⁴ Genauso wie beim Kochen die Zutaten und die Zubereitung an Geschmack und Verträglichkeit angepasst werden, müssen wir auch die Aktivitäten an das jeweilige Stadium der Demenz anpassen, um weder zu unter- noch zu überfordern.
In den ersten Jahren nach der Diagnose sind komplexere Aktivitäten oft noch problemlos möglich. Gemeinsames Kochen, Gartenarbeit oder Gesellschaftsspiele wie Schach oder Scrabble können eine wunderbare Möglichkeit sein, das Gehirn zu fordern und soziale Interaktion zu fördern. Die Tante einer guten Freundin, die im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit ist, liebt es, ihre alten Rezepte durchzugehen und einfache Gerichte zuzubereiten. Das gibt ihr das Gefühl von Normalität und Kompetenz zurück.
Im mittleren Stadium werden die Einschränkungen deutlicher. Hier sind demenzfreundliche Aktivitäten gefragt, die vereinfacht sind und weniger komplexe Denkprozesse erfordern, aber dennoch Freude bereiten und die Sinne ansprechen. Malen mit einfachen Materialien, Musik hören oder leichte Spiele wie Memory oder einfache Puzzles sind hier ideal. Erfolgserlebnisse zu schaffen und Frustration zu vermeiden, steht nun im Vordergrund. Meine Mutter fand beispielsweise große Freude daran, einfache Mandalas auszumalen. Die Farben und Formen beruhigten sie und gaben ihr ein Gefühl der Kontrolle.
Wenn die Demenz fortgeschritten ist, stehen sensorische Aktivitäten im Vordergrund. Berührungen, das Hören vertrauter Musik oder das Riechen angenehmer Düfte können hier Trost spenden und eine Verbindung zur Außenwelt herstellen. Jetzt geht es nicht mehr um das, was ‚geleistet‘ wird, sondern darum, dass sich der Mensch wohl und geborgen fühlt. Eine sanfte Handmassage, das Vorspielen von Lieblingsliedern aus der Jugend oder das Anbieten von weichen Stoffen zum Fühlen können kleine, aber bedeutungsvolle Momente schaffen. Es ist wichtig, die Schwierigkeit der Aktivitäten stets anzupassen und flexibel zu bleiben. Entscheidend ist nicht, wie anspruchsvoll etwas ist, sondern wie gut die Begegnung gelingt.
Wenn du dir nicht sicher bist, welche Aktivitäten passend sind, sprich darüber mit dem behandelnden Arzt oder einer erfahrenen Fachkraft. Für weitere demenzfreundliche Aktivitäten und Übungen, die das Gedächtnis spielerisch fördern, besuche die Gedächtnis-Arena.
Kreative Beschäftigungen: Malen, Basteln und Musik
Ich erinnere mich noch gut an Herrn Wagner, einen ehemaligen Architekten, der nach seiner Demenzdiagnose jegliches Interesse an seinen früheren Hobbys verloren hatte. Seine Tochter war verzweifelt, bis sie ihm eines Tages einfach ein paar Aquarellfarben und Papier hinstellte. Zuerst zögerte er, doch dann begann er, intuitiv Farben zu mischen und Striche zu ziehen. Es entstanden keine architektonischen Meisterwerke, aber er war ruhig und schien zufrieden zu sein.
Kreative Beschäftigungen wie Malen, Basteln oder Musizieren gehören zu den beliebtesten demenzfreundlichen Aktivitäten. Sie sind eine schöne Möglichkeit, die Sinne zu beleben und Emotionen auszudrücken, auch wenn die verbalen Fähigkeiten nachlassen. Sie aktivieren andere Gehirnbereiche als logische Aufgaben und können so neue Zugänge schaffen.

Malen und Zeichnen mit einfachen Materialien, wie Fingerfarben, Wachsmalstiften oder Aquarellfarben, erfordert keine Vorkenntnisse und ermöglicht einen freien Ausdruck. Handarbeiten wie Stricken, Häkeln oder einfache Bastelarbeiten wie das Gestalten von Collagen aus Zeitschriften oder das Falten von Papier können die Feinmotorik fördern und ein Gefühl der Produktivität vermitteln. Besonders schön sind Fotocollagen, bei denen alte Fotos zu neuen Geschichten arrangiert werden können – eine lebendige Brücke zu vergangenen Erinnerungen.
Auch das Töpfern und Kneten, beispielsweise mit spezieller Therapieknete*, bietet sensorische Stimulation und kann beruhigend wirken, während es gleichzeitig die Handmuskulatur stärkt. Die verschiedenen Härtegrade und Farben der Therapieknete ermöglichen eine individuelle Anpassung und sind auch für spätere Demenz-Stadien geeignet, um die Sinne anzusprechen.
Musik hat eine unglaubliche Kraft, Erinnerungen zu wecken und Emotionen hervorzurufen. Alte Lieder, die man aus der Jugend kennt, können selbst bei fortgeschrittener Demenz noch zum Mitsingen oder Mitwippen anregen. Die Melodien scheinen einen direkten Draht zur Seele zu haben, der von der Krankheit unberührt bleibt.
Eine aktuelle Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Musiktherapie bei Demenz messbare Verbesserungen der kognitiven Funktionen und des emotionalen Wohlbefindens bewirken kann.⁵ Die Lieder aus der Jugendzeit sind oft noch vollständig abrufbar – nutze das! Erstelle eine Playlist mit den Lieblingsliedern deines Angehörigen oder singt gemeinsam alte Volkslieder.
Leichte Bewegung: Körper und Geist in Schwung halten
Als ich letzte Woche das Pflegeheim besuchte, entdeckte ich im Aufenthaltsraum eine kleine Sensation: Betagte Bewohner bewegten sich im Rollstuhl sitzend zu „Lili Marleen“, ihre Gesichter leuchteten vor Freude. Die Aktivitätsbetreuerin Andrea erklärte mir: „Bewegung wirkt wie ein natürliches Antidepressivum – selbst kleine Bewegungen können die Stimmung heben.“
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Sitzgymnastik: Leichte Bewegung kann mühelos in den Alltag integriert werden und muss nicht anstrengend sein. Sitzgymnastik ist eine hervorragende Möglichkeit, um auch bei eingeschränkter Mobilität aktiv zu bleiben. Einfache Übungen wie das Kreisen der Arme, das Heben der Beine oder das Dehnen des Oberkörpers können im Sitzen durchgeführt werden und stärken die Muskulatur und Gelenke. Es gibt viele Videos und Anleitungen für Senioren-Gymnastik, die man gemeinsam anschauen und nachmachen kann.
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Ballspiele mit weichen Bällen, die geworfen und gefangen werden, fördern die Hand-Augen-Koordination und die Reaktionsfähigkeit. Ein einfacher Softball oder ein Therapiekissen kann hierfür verwendet werden. Es ist eine spielerische Art, in Bewegung zu bleiben und gleichzeitig das Gehirn zu fordern. Weiche Schaumstoffbälle in verschiedenen Größen eignen sich hervorragend für sanfte Ballspiele. Sie sind sicher, leicht zu greifen und können nicht verletzen. Das Werfen und Fangen trainiert die Hand-Auge-Koordination und macht gemeinsam richtig Spaß.
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Spaziergänge im Park oder Garten sollten langsam und ohne Leistungsdruck erfolgen: Es geht nicht darum, eine bestimmte Strecke zurückzulegen, sondern die Umgebung bewusst wahrzunehmen – das Rascheln der Blätter unter den Füßen, der Duft von Blumen, das Zwitschern der Vögel oder die Wärme der Sonne auf der Haut. Ein bequemer Rollator mit Sitzfläche hilft dabei, längere Strecken zu bewältigen und bei Bedarf eine Pause einzulegen – entscheidend ist, dass die Bewegung an die individuellen Fähigkeiten angepasst wird und vor allem Freude bereitet.
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Erinnerungsarbeit: Fotos, Geschichten und vertraute Gegenstände
Eine Freundin erzählte mir kürzlich eine herzerwärmende Geschichte: Sie hatte ihrem dementen Vater ein altes Hochzeitsfoto gezeigt. Plötzlich hellte sich sein Gesicht auf und er erzählte minutenlang von seinem Hochzeitstag – Details, die er seit Jahren nicht mehr erwähnt hatte. „Es war, als würde er für einen Moment wieder ganz da sein“, sagte meine Freundin bewegt.
Erinnerungsarbeit zählt zu den einfühlsamsten und wirkungsvollsten demenzfreundlichen Aktivitäten, weil sie vergangene Erlebnisse, Gefühle und Beziehungen wieder in den Vordergrund rückt. Sie stärkt das Langzeitgedächtnis, fördert ein stabiles Gefühl von Identität und Zugehörigkeit und schafft Momente echter Nähe zwischen dir und deinem Angehörigen. Für Menschen mit Demenz bedeutet das Halt und Orientierung, für dich die Chance, deinem geliebten Menschen auf einer tiefen, emotionalen Ebene zu begegnen.
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Erinnerungsalbum: Ein liebevoll gestaltetes Foto- oder Erinnerungsalbum sammelt wichtige Momente an einem Ort und lädt immer wieder zum gemeinsamen Blättern und Erzählen ein. Genauso kann eine Erinnerungskiste mit Gegenständen gefüllt werden, die eine persönliche Bedeutung haben: ein altes Schmuckstück, ein Werkzeug, ein Duft, ein Stück Stoff aus einem Lieblingskleidungsstück. Jeder Gegenstand und jedes Foto kann eine Brücke zu einer vergessenen Geschichte sein und diese wieder lebendig machen.
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Radiogerät: Auch Musik aus der Jugendzeit spielt eine wichtige Rolle. Viele Menschen mit Demenz reagieren stark auf Musik, die sie in ihrer Jugend gehört haben. Diese Melodien können tiefe Emotionen und Erinnerungen wecken, selbst wenn andere kognitive Fähigkeiten stark eingeschränkt sind. Ein Digital-Radio & Music Player kann hier eine große Hilfe sein, um einfach und unkompliziert auf eine Vielzahl von Musikstücken zuzugreifen und eine persönliche Playlist zu erstellen.
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Eine weitere Möglichkeit ist das Erstellen von einem „Über-mich“-Bogen, der wichtige Informationen über die Person, ihre Vorlieben, Abneigungen, ihre Lebensgeschichte und ihre Familie enthält. Dieser Bogen dient nicht nur als Erinnerungshilfe, sondern auch als wertvolles Hilfsmittel für Pflegekräfte oder andere Betreuungspersonen, um die Person besser kennenzulernen und eine persönliche Beziehung aufzubauen. Das Erzählen von Lebensgeschichten ist ebenfalls ein zentraler Bestandteil der Erinnerungsarbeit. Ermutige deinen Angehörigen, von früher zu erzählen. Stelle offene Fragen, die zum Erzählen anregen, und höre aufmerksam zu.
Spiele und Rätsel: Geistige Fitness spielerisch fördern
Wer sagt, dass Lernen und Gedächtnistraining langweilig sein müssen? Ganz im Gegenteil! Spiele und Rätsel sind beliebte demenzfreundliche Aktivitäten und eine fantastische Möglichkeit, das Gehirn auf spielerische Weise zu fordern und gleichzeitig Spaß zu haben. Ich habe selbst erlebt, wie ein einfaches Kartenspiel Bewohner im Demenzpflegeheim wieder zum Lachen brachte und ihre Konzentration für kurze Zeit schärfte.

Angepasste Brett- und Kartenspiele sind hierfür ideal. Es gibt spezielle Versionen von Klassikern wie Mensch ärgere dich nicht oder Domino, die mit größeren Figuren, klareren Farben und vereinfachten Regeln an die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz angepasst sind. Auch einfache Kartenspiele wie Schwarzer Peter oder Quartett können viel Freude bereiten.
Memory und einfache Puzzles* sind ebenfalls hervorragend geeignet, um das Gedächtnis und die visuelle Wahrnehmung zu trainieren. Beginne mit wenigen Teilen und steigere die Schwierigkeit langsam, damit Erfolgserlebnisse gut möglich sind. Ein Holz Tangram Puzzle* ist eine kreative Möglichkeit, räumliches Denken und Problemlösungsfähigkeiten auf spielerische Weise zu fördern. Es ist ein zeitloses Spiel, das immer wieder neu herausfordert und Erfolgserlebnisse schafft.
Wortspiele und Rätsel wie das Ergänzen von Sprichwörtern, das Finden von Reimen oder einfache Kreuzworträtsel regen die Sprachfähigkeiten und das logische Denken an. Hierbei ist es wichtig, den Schwierigkeitsgrad so zu wählen, dass die Person mit Demenz nicht überfordert wird. Finde hier passende Spiele & Beschäftigungsideen bei Demenz.
Digitale Spiele für Senioren, die auf Tablets oder Computern gespielt werden können, bieten ebenfalls eine große Vielfalt an Gedächtnisübungen und können eine willkommene Abwechslung sein. Viele dieser Apps sind intuitiv bedienbar und speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten.
Eine Auswahl passender Anwendungen findest du bei den Digitalen Helfern & nützlichen Apps, und in der Gedächtnis-Arena kannst du zusätzlich online unterschiedliche Übungen ausprobieren.
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Naturerlebnisse: Die Sinne beleben und stärken
Ich erinnere mich an eine ältere Dame, die ich im Park traf. Sie saß auf einer Bank und beobachtete die Vögel, die um sie herum zwitscherten. Ihre Augen glänzten, als sie mir erzählte, wie sehr sie diese kleinen Momente in der Natur genoss.

Spaziergänge und Naturerlebnisse zählen zu den einfachsten, aber wirkungsvollsten demenzfreundlichen Aktivitäten. Sie sind nicht nur gut für den Körper, sondern auch eine Wohltat für die Seele. Sie beleben die Sinne, schaffen eine Verbindung zur Umwelt und können eine beruhigende Wirkung haben. Eine einfache, aber unglaublich effektive Möglichkeit, den Alltag mit Demenz zu bereichern.
Vogelbeobachtung und Füttern sind ruhige Aktivitäten, die viel Freude bereiten können. Ein Futterhäuschen im Garten oder auf dem Balkon bietet eine wunderbare Gelegenheit, verschiedene Vogelarten zu beobachten und ihre Gesänge zu lauschen. Ein Vogelstimmen-Buch* mit klaren Bildern und Beschreibungen kann dabei helfen, die Vögel zu identifizieren und fördert gleichzeitig die Aufmerksamkeit und die Naturverbindung.
Auch einfache Gartenarbeit wie Gießen, Umtopfen von Pflanzen oder das Pflegen von Kräutern kann eine sinnvolle Beschäftigung sein. Der Kontakt mit Erde und Pflanzen, das Riechen der Kräuter und das Beobachten des Wachstums sind erdende Erlebnisse, die ein Gefühl der Verbundenheit und des Nutzens vermitteln. Es ist wichtig, die Aktivitäten an die individuellen Fähigkeiten anzupassen und stets die Sicherheit zu gewährleisten. Die Natur bietet unzählige Möglichkeiten, die Sinne zu beleben und Momente der Ruhe und Freude zu schaffen.
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Tipps für Angehörige: So gelingen gemeinsame Aktivitäten
„Warum will Papa nicht mehr malen? Früher hat er das doch so gerne gemacht!“ Diese Frage verzweifelter Angehöriger höre ich oft. Die Antwort ist meist einfacher als gedacht: Manchmal ist es der falsche Zeitpunkt, manchmal ist die Aufgabe zu komplex geworden, oder es fehlt einfach die richtige Atmosphäre.

Geduld ist deine wichtigste Eigenschaft als Aktivitäts-Partner. Was gestern funktioniert hat, klappt heute vielleicht nicht – und das ist völlig normal. Menschen mit Demenz haben gute und schlechte Tage, und auch gute und schlechte Stunden. Lerne, die Signale zu lesen: Wenn dein Angehöriger unruhig wird oder die Aufmerksamkeit nachlässt, ist es Zeit für eine Pause oder einen Wechsel.
Schaffe eine entspannte Atmosphäre. Reduziere Ablenkungen wie laute Musik oder Fernsehen. Sorge für gute Beleuchtung und stellt euch bequem hin. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen: eine Tasse Tee bereitgestellt oder der Lieblingspullover angezogen.
Flexibilität ist alles. Wenn das geplante Puzzle heute nicht klappt, wechselt zu Musik. Wenn das Malen nicht gelingt, schaut gemeinsam alte Fotos an. Es gibt kein „Scheitern“ bei demenzfreundlichen Aktivitäten, nur verschiedene Wege zum Ziel.
Vergiss dabei nicht die Selbstfürsorge. Aktivitäten sollen beiden Freude machen. Wenn du gestresst oder überfordert bist, überträgt sich das auf deinen Angehörigen. Plane bewusst Pausen ein und suche dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.
Eine Tagesstruktur mit festen Aktivitätszeiten gibt Sicherheit. Nutze dabei gerne die kostenlosen Vorlagen für einen Tagesplan oder schaffe feste Routinen, die Orientierung bieten.
Fazit
Der Weg mit Demenz ist oft von Unsicherheit und Herausforderungen geprägt, doch er bietet auch unzählige Momente der Freude, der Verbundenheit und des Lachens. Demenzfreundliche Aktivitäten sind dabei weit mehr als nur Zeitvertreib – sie sind der Schlüssel zu mehr Lebensqualität. Richtig gewählt, können sie die Würde stärken, die Beziehung vertiefen und das Hier und Jetzt so reich und erfüllend wie möglich gestalten.
Jeder kleine Schritt, jede gemeinsame Beschäftigung, sei es das Singen eines alten Liedes, das Blättern in einem Fotoalbum oder ein einfacher Spaziergang, ist ein Geschenk. Es sind diese Momente, die zählen, die ein Lächeln auf die Gesichter zaubern und die zeigen, dass das Leben mit Demenz immer noch voller Wert und Bedeutung sein kann.
Lass dich nicht entmutigen, wenn nicht alles auf Anhieb klappt. Sei geduldig mit dir und deinem Angehörigen. Feiert die kleinen Erfolge und lernt aus den Momenten, die nicht so gut laufen. Denn am Ende ist es die Liebe, die Fürsorge und die Bereitschaft, diesen Weg gemeinsam zu gehen, die den größten Unterschied machen. Mit den richtigen demenzfreundlichen Aktivitäten und einer Portion Herzlichkeit könnt ihr gemeinsam eine Welt schaffen, in der Lebensfreude und Verbundenheit auch mit Demenz ihren festen Platz haben.
Wichtige Punkte zum Mitnehmen:
- Anpassung ist der Schlüssel: Wähle Aktivitäten passend zum Demenz-Stadium und den aktuellen Fähigkeiten
- Sinneserfahrungen wirken Wunder: Musik, Berührungen und vertraute Gerüche können auch fortgeschrittene Demenz noch erreichen
- Geduld und Flexibilität: Was heute nicht klappt, kann morgen funktionieren – bleibe offen für Alternativen
- Erinnerungen sind kostbar: Nutze Fotos, Musik und vertraute Gegenstände, um positive Erinnerungen zu wecken
- Natur beruhigt: Spaziergänge und Naturbeobachtungen haben eine entspannende Wirkung auf Menschen mit Demenz
- Selbstfürsorge nicht vergessen: Achte auf dein eigenes Wohlbefinden – nur so kannst du dauerhaft für andere da sein

Häufige Fragen zu demenzfreundlichen Aktivitäten
Wie finde ich passende Aktivitäten für das Stadium der Demenz?
Wichtige Anhaltspunkte sind: Was gelingt noch gut, was stresst oder überfordert deutlich, und wobei zeigt dein Angehöriger Interesse oder Freude. Im frühen Stadium eignen sich komplexere Aktivitäten wie Kochen, Gartenarbeit oder Spiele mit einfachen Regeln; im mittleren Stadium sind vereinfachte, gut strukturierte Angebote sinnvoll, im fortgeschrittenen Stadium vor allem sinnliche Erfahrungen wie Berührung, Musik und Düfte.
Wie oft sollte ich demenzfreundliche Aktivitäten anbieten?
Regelmäßigkeit ist hilfreicher als gelegentliche „Aktionstage“. Kleine, gut planbare Aktivitäten über den Tag verteilt – zum Beispiel kurze Spaziergänge, gemeinsames Musikhören oder eine einfache Bastelidee – geben Struktur und Orientierung. Wichtig ist, auf Tagesform und Energielevel zu achten und lieber öfter kurze Einheiten als selten lange und anstrengende Phasen einzuplanen.
Was kann ich tun, wenn mein Angehöriger keine Lust auf Aktivitäten hat?
Kein Interesse ist häufig ein Zeichen von Überforderung, Erschöpfung oder ungünstigem Zeitpunkt – nicht von „Unwillen“. Probiere, Reize zu reduzieren (z.B. Fernseher aus), einen ruhigeren Moment abzuwarten, mit etwas sehr Einfachem zu beginnen oder eine Aktivität an ein bestehendes Ritual zu knüpfen, etwa Musik beim Nachmittagskaffee oder ein kurzes Fotoalbum-Blättern vor dem Schlafengehen.
Wie kann ich Widerstand oder Frust bei Aktivitäten vermeiden?
Starte mit etwas Vertrautem, halte die Schritte einfach und biete immer nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten an. Wenn etwas sichtbar überfordert oder nervt, brich lieber freundlich ab, wechsle zu etwas Ruhigerem und nimm es nicht persönlich – die Reaktion richtet sich gegen die Situation, nicht gegen dich.
Sind Gruppenangebote oder Aktivitäten in Einrichtungen hilfreich?
Gut angeleitete Gruppen können sehr bereichernd sein, weil sie soziale Kontakte, Bewegung und geistige Anregung verbinden. Achte darauf, dass Gruppengröße, Lautstärke und Anforderungen zur Person passen; für manche sind kleinere, ruhigere Runden oder Eins-zu-eins-Angebote angenehmer.
Quellen:
¹ Wiese, E. (2022). Würde und Demenz. Zeitschrift für medizinische Ethik https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9676822/
² Van der Zon, A., et al. (2024). Shared Activities as a Protective Factor Against Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia. The Gerontologist, 64(4). https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11037273/
³ Alzheimer Forschung Initiative e.V. (2025). Bewegung & Demenz: Wie Sport das Gehirn schützt. https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/vorbeugen/bewegung/
⁴ Deutsche Alzheimer Gesellschaft (2019): Demenz. Das Wichtigste. Broschüre, Berlin. S. 19-21 FURL:
https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/Broschueren/Demenz-das_wichtigste_.pdf
⁵ Ting, B., et al. (2024). Investigating Music Therapy’s Cognitive Benefits in Patients with Dementia: A Network Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Geriatrics, 9(3), 62.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11122286/