Älteres Paar umarmt sich liebevoll am Strand bei Sonnenuntergang, beide tragen helle Pullover, entspannte Atmosphäre am Meer
@Jacob Lund / Canva Pro

Die Diagnose „vaskuläre Demenz“ bei meiner Mutter veränderte nicht nur ihr Leben, sondern auch meines. Plötzlich stand ich vor einer Herausforderung, die trotz meiner langjährigen Erfahrung in der Pharmabranche im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen völlig neu für mich war: Wie kann ich meine Mutter im Alltag wirklich unterstützen? Welche Aktivitäten helfen ihr, ihre verbliebenen Fähigkeiten zu erhalten, ohne sie zu überfordern? Und wie können wir vielleicht sogar durch frühzeitiges Gedächtnistraining einer Demenz vorbeugen?

Diese Fragen führten mich auf eine Reise, die schließlich in der Gründung von MemoMinds mündete – einer Plattform, die Fachwissen in praktische, alltagstaugliche Lösungen übersetzt. Denn ich erkannte: Es gibt einen Bedarf an verständlichen Informationen und konkreten Hilfestellungen – sowohl für Menschen, die ihre geistige Gesundheit erhalten möchten, als auch für Angehörige von Demenzerkrankten.

Vorbeugen und begleiten – zwei Wege, ein Ziel

Älterer Mann in blauem Hemd erklärt gestikulierend etwas an jüngeren Mann in kariertem Hemd, beide mit weißen Kaffeetassen vor hellem Fenster
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Gedächtnistraining und Demenz – auf den ersten Blick scheinen das zwei getrennte Themen zu sein. Doch in Wirklichkeit sind sie miteinander verwoben wie die zwei Seiten einer Medaille.

Auf der einen Seite steht die Prävention: Wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßiges Gedächtnistraining das Risiko für Demenzerkrankungen signifikant senken kann. Die FINGER-Studie zeigte, dass ein multidimensionaler Lebensstil-Ansatz, der kognitives Training einschließt, das Demenzrisiko um bis zu 30% reduzieren kann.1

Auf der anderen Seite steht die Begleitung: Bei bereits bestehender Demenz können gezielte Aktivitäten, sinnvolle Beschäftigungen und praktische Alltagshilfen dazu beitragen, verbliebene Fähigkeiten länger zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern und Momente der Klarheit, der Freude und Selbstständigkeit zu schaffen.

Was beide Seiten verbindet, ist der ganzheitliche Ansatz. Denn unser Gehirn funktioniert nicht isoliert vom Rest des Körpers. Körperliche Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und stimuliert die Bildung neuer Nervenzellen. Eine ausgewogene Ernährung liefert wichtige Nährstoffe für optimale Gehirnfunktionen. Und soziale Interaktionen halten unser Gehirn auf vielfältige Weise aktiv.

Wir können also nicht nur durch gezieltes Gedächtnistraining, sondern auch durch unseren gesamten Lebensstil Einfluss auf unsere Gehirngesundheit nehmen – sei es präventiv oder begleitend bei Demenz.

So kannst du mit Gedächtnistraining Demenz vorbeugen

Nahaufnahme von Händen beim Lösen eines Kreuzworträtsels mit blauem Kugelschreiber, Rätselgitter im Fokus
@Robert Kneschke / Canva Pro

Hast du dich schon einmal gefragt, wann der beste Moment ist, um mit Gedächtnistraining zu starten? Die Antwort ist überraschend einfach: Jetzt – unabhängig davon, wie alt du bist. Unser Gehirn besitzt die erstaunliche Fähigkeit, sich bis ins hohe Alter zu verändern und auf neue Herausforderungen zu reagieren. Diese sogenannte neuronale Plastizität ermöglicht es, dass wir auch im späteren Leben noch neue Denkwege erschließen und unser Gedächtnis gezielt trainieren können. Deshalb profitieren Menschen jeden Alters von regelmäßiger geistiger Aktivität und gezieltem Gedächtnistraining.¹

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, wie wichtig es ist, aktiv zu werden: In Deutschland leben derzeit etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Schätzungen zufolge könnte diese Zahl bis 2050 auf 2,7 Millionen steigen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.² 

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die renommierte Lancet-Kommission hat zwölf beeinflussbare Risikofaktoren für Demenz identifiziert, die zusammen rund 40% aller Demenzfälle erklären könnten.³ Das heißt, durch gezielte Vorbeugung – und dazu zählt auch regelmäßige geistige Aktivität – können wir unser persönliches Risiko deutlich senken.

Und – das ist mir besonders wichtig zu betonen – es ist nie zu spät, anzufangen. Selbst im hohen Alter oder bei beginnender Demenz kann gezieltes Training noch positive Effekte haben.

Was kannst du von MemoMinds erwarten?

Mit MemoMinds möchte ich eine Brücke schlagen – zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Anwendung, zwischen Prävention und Begleitung, zwischen Fachwissen und alltagstauglichen Lösungen.

Meine jahrelange Tätigkeit in der Pharmabranche, insbesondere im Bereich neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, hat mir ein tiefes Verständnis für die Bedeutung präventiver Maßnahmen und wissenschaftlich fundierter Ansätze vermittelt. Diese berufliche Erfahrung, kombiniert mit meinem persönlichen Erleben als pflegende Angehörige, bildet das Fundament für MemoMinds.

Bei MemoMinds findest Du alles, was Du brauchst, um Deine geistige Fitness zu stärken und den Alltag mit Demenz leichter zu gestalten. Dabei ist mir eines besonders wichtig: Alle Inhalte auf MemoMinds sollen nicht nur informativ, sondern auch motivierend sein. Denn Gedächtnistraining wirkt am besten, wenn es Freude macht und regelmäßig praktiziert wird.

Ein Blick in die Zukunft von MemoMinds

Zwei stilisierte Profilköpfe in türkis und gold mit aufsteigenden Punkten und Zahnrädern symbolisieren mentale Aktivität
@wundervisuals / Getty Images

MemoMinds ist noch jung, aber ich habe große Pläne für die Zukunft dieser Plattform. In den kommenden Monaten darfst du dich auf vielfältige Inhalte freuen, die dir helfen, dein Gedächtnis zu trainieren oder den Alltag mit Demenz zu erleichtern.

Langfristig sehe ich MemoMinds als umfassende Plattform, die nicht nur informiert, sondern auch vernetzt – ein Ort, an dem Menschen Unterstützung finden, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Wege zu mehr mentale Frische und Lebensqualität entdecken.

Besonders am Herzen liegt mir der Austausch mit dir. Deine Fragen, Anregungen und Erfahrungen sind wertvoll und helfen mir, MemoMinds noch besser auf deine Bedürfnisse auszurichten. Welche Themen zu mentaler Fitness interessieren dich besonders? Welche Herausforderungen begegnen dir im Alltag mit Demenz?

Ich freue mich auf deine Rückmeldungen und Ideen – schick mir doch eine Nachricht!

Gemeinsam für mehr Lebensqualität

Gedächtnistraining und Unterstützung im Alltag für Menschen mit Demenz
@Leonie Kaiser

Der Weg zu geistige Leistungsfähigkeit und ein würdevoller Umgang mit Demenz gelingen am besten in Gemeinschaft – mit gegenseitiger Unterstützung, geteiltem Wissen und gemeinsamen Erfahrungen.

Mit MemoMinds möchte ich einen Beitrag zu dieser Gemeinschaft leisten. Ich teile mein Wissen und meine Erfahrungen in der Hoffnung, dass sie dir und deinen Lieben helfen können. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass wir alle voneinander lernen können – denn jede Erfahrung mit Gedächtnistraining und jede Geschichte über das Leben mit Demenz ist einzigartig und wertvoll.

Mein persönliches Motto lautet: „Das Leben bewusst genießen, sinnvoll gestalten und nichts aufschieben.“ Dieses Motto spiegelt sich auch in meiner Arbeit mit MemoMinds wider. Es geht darum, das Hier und Jetzt bewusst zu erleben, aktiv an der eigenen geistigen Fitness zu arbeiten und keine Gelegenheit für bedeutungsvolle Momente – sei es allein oder mit anderen – zu verpassen.

Ich freue mich, wenn du diesen Weg gemeinsam mit mir gehst. Zusammen können wir entdecken, wie kleine Veränderungen und passende Aktivitäten das Leben mit Demenz bereichern und die kognitive Gesundheit stärken.

Ob du deine geistige Fitness stärken oder den Alltag mit Demenz leichter gestalten möchtest – im MemoMinds Newsletter findest du regelmäßig neue Anregungen, praktische Tipps und aktuelle Erkenntnisse – individuell auf deine Interessen abgestimmt. Melde dich jetzt zum MemoMinds Newsletter an!

Quellen:

¹ Ngandu, T. et al. (2015): A 2 year multidomain intervention of diet, exercise, cognitive training, and vascular risk monitoring versus control to prevent cognitive decline in at-risk elderly people (FINGER): a randomised controlled trial. The Lancet, 385(9984), 2255-2263. DOI: 10.1016/S0140-6736(15)60461-5

² DZNE: Faktenzentrale Demenz (Stand: September 2024). https://www.dzne.de/aktuelles/hintergrund/faktenzentrale

³ Livingston, G. et al. (2020): Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission. The Lancet, 396(10248), 413-446. DOI: 10.1016/S0140-6736(20)30367-6.