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Es war vor etwa drei Jahren, ich saß mit meiner Mutter am Küchentisch. Draußen schien die Sonne, ihr Lieblingstee dampfte vor ihr – als sie mich ganz unvermittelt fragte: „Wie geht es meinen Eltern, wo sind sie eigentlich?“ Ich wusste es damals nicht besser und sagte ganz ehrlich: „Sie leben leider nicht mehr.“ Noch bevor ich meine Hand auf ihre legen konnte, sah ich Tränen in ihren Augen. Sie begann zu weinen und der Schmerz schien so frisch, als würde sie diesen Verlust zum ersten Mal erfahren – obwohl ihre Eltern seit vielen Jahren verstorben sind.
Ich habe gelernt: Der Umgang mit Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern fordert auch Angehörige auf ganz neue Weise heraus. Wenn du gerade diese Zeilen liest, befindest du dich möglicherweise in einer ähnlichen Situation. Vielleicht fragst du dich, wie du mit den Veränderungen umgehen sollst, die eine Demenzerkrankung mit sich bringt. Die gute Nachricht ist: Du bist nicht allein, und es gibt Wege, diese Zeit würdevoll und mit viel Liebe zu gestalten.
In diesem Artikel teile ich mit dir erprobte Strategien und Erkenntnisse für den Umgang mit Demenz, die dir helfen werden, den Alltag mit deinem demenzkranken Angehörigen liebevoller und entspannter zu gestalten. Du wirst lernen, wie du Momente der Freude schaffst, wie du kommunizierst, wenn Worte schwerfallen, und vor allem: wie du dabei auf dich selbst achtest.
Demenz verstehen: Veränderungen erkennen und annehmen
Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und plötzlich ist es 1975. Du bist wieder 30 Jahre alt, deine Kinder sind klein, und du musst gleich zur Arbeit. Die Menschen um dich herum reden seltsam mit dir, zeigen dir Fotos von fremden Erwachsenen und behaupten, das seien deine Kinder. Du fühlst dich verwirrt, vielleicht sogar betrogen – warum lügen alle? In dieser Verwirrung und diesem Gefühl, nicht verstanden zu werden, befinden sich Menschen mit Demenz oft.

Menschen mit Demenz leben häufig in einer anderen Zeitebene, und ihre Gefühle in dieser Realität sind echt und intensiv. Neue Erkenntnisse aus der Demenzforschung 2024 zeigen, dass das Gehirn bei Demenz nicht einfach versagt, sondern dass bestimmte Bereiche verändert arbeiten³. Die emotionalen Zentren bleiben oft lange intakt, während das Kurzzeitgedächtnis und die zeitliche Orientierung beeinträchtigt sind.
Das bedeutet konkret: Dein Angehöriger spürt deine Liebe, deine Geduld oder auch deine Frustration – selbst wenn er deinen Namen vergessen hat. Diese Erkenntnis verändert alles. Plötzlich wird klar, warum zum Beispiel deine Mutter ruhiger wird, wenn du ihr sanft über die Hand streichst, auch wenn sie nicht mehr weiß, dass du ihr Kind bist.
Häufige Veränderungen, die du beobachten könntest, sind Schwierigkeiten beim Erkennen vertrauter Gegenstände, Probleme bei der Orientierung in gewohnter Umgebung oder das Vergessen alltäglicher Handlungsabläufe wie das Zähneputzen. Manchmal reagieren Betroffene auch aggressiv oder ängstlich auf Situationen, die früher normal waren.

Das Anziehen wird zur Herausforderung, weil die gewohnte Reihenfolge der Kleidungsstücke nicht mehr abrufbar ist. Das Essen wird mühsam, weil Besteck fremd geworden ist. Oder das Duschen wird beängstigend, weil das Wasser als Bedrohung wahrgenommen wird. Diese Veränderungen sind keine Sturheit oder böse Absicht, sondern Ausdruck davon, wie Demenz das Gehirn beeinflusst. Um typische Anzeichen besser einzuordnen, findest du hier die Warnsignale einer beginnenden Demenz auf einen Blick.
Um den Umgang mit Demenz im Alltag zu erleichtern, ist es entscheidend, die Perspektive des Betroffenen zu verstehen. Der Schlüssel liegt darin, diese Reaktionen nicht persönlich zu nehmen. Eine Studie der Charité Berlin aus 2024 belegt, dass Angehörige, die dieses Verständnis entwickeln, weniger belastet sind und eine bessere Beziehung zu den Betroffenen aufbauen können⁴.
Auch wenn die Demenz vieles verändert, bleibt der Mensch mit seiner Geschichte, seinen Gefühlen und seiner Würde erhalten. Versuche, dich an die Person zu erinnern, die dein Angehöriger vor der Krankheit war. Was hat sie geliebt? Was hat sie glücklich gemacht? Diese Erinnerungen können dir helfen, auch in schwierigen Momenten die Verbindung zu halten und den Menschen zu sehen, nicht nur die Krankheit. Es ist ein Balanceakt, aber einer, der sich lohnt.
Umgang mit Demenz im Alltag: Wie du richtig reagierst
Kommunikation bei Demenz geht weit über Worte hinaus. Oft erreichen wir mehr durch eine sanfte Berührung, einen ruhigen Tonfall oder gemeinsames Schweigen als durch die perfekten Worte. Basierend auf aktueller Forschung und Erfahrungsberichten von Angehörigen habe ich einige bewährte Strategien für den Umgang mit Demenz zusammengetragen:

Kommunikation mit Herz und Verstand:
Sprich langsam und deutlich, aber nie von oben herab. Stelle dir vor, du würdest mit einem guten Freund sprechen, der dich gerade nicht ganz verstehen kann. Verwende einfache, kurze Sätze und gib deinem Gegenüber Zeit zu antworten – manchmal braucht das Gehirn einfach länger, um zu verarbeiten.
Nonverbale Kommunikation und Körpersprache:
Bevor du sprichst, gehe auf Augenhöhe, berühre sanft die Schulter oder Hand und schaue deinen Angehörigen an. Das signalisiert: „Du bist wichtig, ich sehe dich.“ Wenn Worte schwierig werden, helfen Gesten – ein Lächeln, ein Nicken, eine Umarmung, das Halten der Hand. Achte auf deine eigene Körpersprache: Bist du angespannt oder entspannt? Deine Haltung überträgt sich auf den anderen. Versuche, ruhig und offen zu wirken.
Validation statt Korrektur:
Bei schwierigen Situationen – etwa wenn dein Angehöriger unruhig wird oder nach verstorbenen Personen fragt – ist Validation ein kraftvolles Werkzeug. Wie ich eingangs erzählt habe, fragte mich meine Mutter damals nach ihren Eltern und ich reagierte mit der nackten Wahrheit – was ihr großen Schmerz bereitete. Heute weiß ich: Statt zu korrigieren („Mama, deine Eltern sind schon lange tot“), ist es hilfreicher, auf die Emotion einzugehen: „Du vermisst deine Eltern sehr, nicht wahr? Erzähl mir von ihnen.“
Geduld entwickeln und Frustration vermeiden:
Wichtig ist auch deine eigene Ruhe. Menschen mit Demenz sind erstaunlich sensibel für die Stimmung anderer. Wenn du gestresst oder ungeduldig bist, überträgt sich das. Geduld ist die größte Tugend im Umgang mit Demenz – auch wenn es schwer getan ist, wenn man selbst müde oder gestresst ist. Versuche, dir bewusst zu machen, dass dein Angehöriger nicht „böse“ ist, sondern krank. Atme tief durch, zähle bis zehn oder verlasse kurz den Raum, wenn du merkst, dass deine Geduld am Ende ist. Manchmal ist es besser, einen Moment durchzuatmen oder eine kleine Pause zu machen, als in der Anspannung zu verharren.

Umgang mit schwierigen Situationen:
Manchmal kommt es zu aggressiven Ausbrüchen oder starker Verwirrung. In solchen Momenten ist es wichtig, ruhig zu bleiben und die Situation nicht persönlich zu nehmen. Versuche, den Auslöser zu finden: Ist die Person überfordert, hat sie Schmerzen, Durst oder Angst? Biete Beruhigung an, lenke ab oder wechsle den Raum. Manchmal hilft es, die Hand zu halten oder leise zu sprechen. Wenn die Situation eskaliert, ist es wichtig, die eigene Sicherheit zu gewährleisten und gegebenenfalls professionelle Hilfe (z.B. den Hausarzt oder einen Pflegedienst) hinzuzuziehen. Bewährte Strategien und Tipps, wie man mit brenzligen Situationen umgehen kann, findest du im Kommunikations-Leitfaden für Menschen mit Demenz.
Die Würde der betroffenen Person bewahren:
Jeder Mensch hat das Recht auf Würde und Respekt, unabhängig von seiner Erkrankung. Das bedeutet, Entscheidungen, die der Demenzkranke noch treffen kann, zu respektieren. Ihn nicht vor anderen bloßzustellen. Und ihm das Gefühl zu geben, wertvoll und geliebt zu sein. Es sind oft die kleinen Gesten, die zählen: Ein liebevoller Blick, eine sanfte Berührung, ein aufrichtiges Kompliment. Manchmal reicht es schon, einfach nur da zu sein und Präsenz zu zeigen.
Gelungene Kommunikation - das solltest du beachten
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So funktioniert es:
- Kurze, einfache Sätze: Vermeide Schachtelsätze und komplexe Formulierungen. Sprich langsam und deutlich.
- Blickkontakt und Lächeln: Nonverbale Signale sind oft wichtiger als Worte. Ein freundliches Gesicht und eine offene Körperhaltung vermitteln Sicherheit.
- Wiederholen und paraphrasieren: Wenn etwas nicht verstanden wird, wiederhole es geduldig oder formuliere es anders.
- Die Realität des anderen akzeptieren: Gehe auf Gefühle ein, auch wenn die Aussage nicht der Realität entspricht. „Du erinnerst dich an früher? Erzähl mir mehr!"


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So besser nicht:
- Diskutieren oder korrigieren: Das führt nur zu Frustration und Verwirrung.
- Fragen stellen, die das Gedächtnis testen: „Weißt du noch, wer das ist?“ setzt unter Druck und führt zu Scham.
- Babysprache oder von oben herab sprechen: Bewahre immer den Respekt vor der erwachsenen Person.
- Zu viele Informationen auf einmal geben: Das Gehirn kann die Menge nicht verarbeiten. Stelle möglichst Fragen mit 2 Alternativen: „Möchtest du Kaffee oder Tee?“

Freude erhalten – Gemeinsam schöne Momente schaffen
„Wissen Sie was das Schönste ist?“, strahlte mich letzte Woche eine Besucherin im Pflegeheim an. „Wenn mein Mann beim Blättern in unserem alten Fotoalbum plötzlich lacht und sagt: ‚Das war ein wunderschöner Tag.‘ Für einen Moment ist alles wie früher.“ Solche Augenblicke sind kostbar – und sie sind machbar.
Die neueste Forschung zeigt eindrucksvoll: Menschen mit Demenz können noch lange Freude empfinden, auch wenn sich die Art verändert, wie sie diese ausdrücken⁶. Es geht darum, die Aktivitäten zu finden, die zu ihrem aktuellen Zustand passen und positive Erinnerungen wecken.
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Erinnerungen bewahren: Ein Fotoalbum oder Erinnerungsalbum* ist ein kraftvolles Werkzeug, um verschüttete Erinnerungen hervorzuholen. Gestalte es liebevoll mit Fotos aus verschiedenen Lebensphasen, kleinen Anekdoten, wichtigen Meilensteinen und den Namen aller abgebildeten Personen. Es wird zur emotionalen Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und beim gemeinsamen Durchblättern entstehen magische Momente wenn vergessene Geschichten lebendig werden und sich das Gesicht deines Angehörigen vor Freude erhellt.
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Das Miteinander stärken: Die schönsten Momente entstehen oft bei einfachen gemeinsamen Aktivitäten. Ob beim Summen alter Volkslieder oder beim Sortieren bunter Wäschestücke – solche Tätigkeiten stärken das Gefühl der Zugehörigkeit und bringen Freude. Wichtig ist die behutsame Anpassung an die aktuellen Fähigkeiten, ohne Leistungsdruck oder Stress zu erzeugen. Ein Puzzle mit extra großen Teilen* kann eine wunderbare Möglichkeit sein, entspannte gemeinsame Zeit zu verbringen und kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen.
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Beruhigende Aktivitäten: Rastlosigkeit und innere Unruhe gehören zu den herausforderndsten Aspekten der Demenz – sowohl für Betroffene als auch Angehörige. Hier können sinnliche Aktivitäten hilfreich sein. Eine Nesteldecke mit verschiedenen Materialien und Verschlüssen* bietet den Händen sinnvolle Beschäftigung und aktiviert durch unterschiedliche Texturen. So kann eine Atmosphäre von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen geschaffen werden, in der sich dein Angehöriger wohlfühlen und zur Ruhe kommen kann.
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Tierische Nähe: Für Menschen mit Demenz, die sich nicht mehr um echte Haustiere kümmern können, schenken lebensechte elektronische Kuscheltiere Nähe und Geborgenheit. Diese tierischen Begleiter reagieren auf Berührungen und Stimmen und können Gefühle von Geborgenheit und Zuneigung auslösen. Der elektronische Hund* wedelt mit dem Schwanz und macht über 60 verschiedene Geräusche während die interaktive Katze* schnurrt, miaut und auf Klatschen reagiert. Beide sorgen für Trost, Abwechslung und viele fröhliche Momente im Alltag.
Sicherheit und Struktur im Alltag – Orientierung geben
„Mein Vater ist heute Nacht aufgestanden und wollte das Haus verlassen, weil er dachte, er müsse zur Arbeit“, erzählte mir eine besorgte Tochter. „Auch meine eigene Mutter wollte öfter aus der Wohnung hinaus auf den Gang und mit dem Lift hinunter fahren. Einige Male fand ich sie im Stiegenhaus, weshalb wir schließlich ein weiteres Sicherheitsschloss an der Innenseite der Tür anbrachten.“ Solche Maßnahmen werden mit fortschreitender Demenz immer wichtiger – nicht um zu kontrollieren, sondern um Sicherheit zu schaffen.
Menschen mit Demenz brauchen vorhersehbare Routinen wie einen sicheren Hafen. Das bedeutet nicht starre Regeln, sondern verlässliche Anker im Tagesablauf. Wenn beispielsweise das Frühstück immer zur gleichen Zeit am gleichen Platz stattfindet, schafft das Vertrauen und Orientierung.

Erinnerungssysteme können dabei erstaunlich einfach und wirkungsvoll sein. Eine große, gut lesbare Uhr*, die Datum und Uhrzeit anzeigt, kann bei der zeitlichen Orientierung helfen. Zusätzlich stehen dir kostenlose Ressourcen wie ein strukturierter Wochenplan oder eine Medikamenten-Liste zur Verfügung, die den Alltag erleichtern. Weitere Materialien zum Download findest du im Ressourcen-Bereich.
Sicherheitsmaßnahmen sollten diskret, aber effektiv sein. Automatische Herdabschaltungen, rutschfeste Matten* im Badezimmer oder Bewegungsmelder für die nächtliche Beleuchtung können Unfälle verhindern, ohne das Gefühl von Freiheit zu nehmen.
Orientierungshilfen können so einfach wie Fotos an Zimmertüren sein: Ein Bild vom Bett an der Schlafzimmertür oder ein Badewannen-Symbol am Badezimmer helfen bei der Navigation durch die Wohnung. Oder bunte Zettel an strategischen Stellen: „Licht ausschalten“ am Lichtschalter oder „Schlüssel hier“ an der Haustür.
Praktische Hilfen für mehr Sicherheit im Alltag findest du in der Sicherheits-Checkliste, die dir hilft, das Zuhause sicherer und wohnlicher zu gestalten und den Umgang mit Demenz zu erleichtern.
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Unterstützung finden – du bist nicht allein
Aktuelle Forschungen zeigen, dass in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz leben, und bis 2050 könnte diese Zahl auf 2,8 Millionen ansteigen¹. Gleichzeitig belegen neue Studien aus 2024, dass zwischen 40 und 70 Prozent der pflegenden Angehörigen unter depressiven Symptomen und Ängsten leiden².

„Ich dachte, ich muss das alleine schaffen“, gestand mir neulich ein Mann, der seine Frau seit drei Jahren betreut. „Aber als ich das erste Mal in die Selbsthilfegruppe ging, merkte ich: Ich bin nicht allein. Andere verstehen genau, was ich durchmache.“ Diese Erkenntnis war für ihn lebensverändernd.
Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern absolute Notwendigkeit. Aktuelle Studien aus 2025 zeigen alarmierend deutlich: Pflegende Angehörige haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Angststörungen und körperliche Erschöpfung⁷.
Es ist wie im Flugzeug: Du musst dir selbst erst die Sauerstoffmaske aufsetzen, bevor du anderen helfen kannst. Konkret bedeutet das: Plane bewusst Auszeiten, treffe Freunde, gehe spazieren oder nimm dir Zeit für Hobbies, die dir Kraft geben.
Professionelle Hilfe ist nicht das Eingeständnis eines Versagens, sondern kluge Vorsorge. Ambulante Pflegedienste, Tagespflege oder stundenweise Betreuung können entlastend wirken. Viele Angehörige berichten, dass sie nach solchen Pausen wieder mehr Geduld und Energie für die gemeinsame Zeit haben.
In Selbsthilfegruppen triffst du Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen, die praktische Tipps haben und die dich verstehen, ohne dass du lange erklären musst. Der Austausch kann ungemein entlastend und bereichernd sein.
Finanzielle Unterstützung steht dir oft zu, auch wenn der Weg durch den Bürokratie-Dschungel mühsam erscheint. Pflegegeld, Entlastungsbeträge oder Zuschüsse für Hilfsmittel können deine Situation erheblich verbessern. Scheue dich nicht, Beratungsstellen oder den Pflegestützpunkt deiner Gemeinde um Hilfe zu bitten.
Das Ziel ist und bleibt ein möglichst unabhängiges Leben mit Demenz – für beide Seiten. Das gelingt am besten, wenn du dir rechtzeitig Unterstützung holst und lernst, auch „Nein“ zu sagen, wenn deine Grenzen erreicht sind. Plane bewusst Auszeiten ein, sei es ein Nachmittag pro Woche, ein Wochenende oder ein längerer Urlaub. Nutze die Angebote der Kurzzeit- oder Tagespflege, um dich zu erholen. Sprich mit Familie und Freunden über deine Situation und bitte um Unterstützung. Es ist keine Schwäche, Hilfe anzunehmen, sondern ein Zeichen von Stärke und Weitsicht.
Für vertiefende Informationen stehen dir hilfreiche Ratgeber und Broschüren zur Verfügung, die erklären, wie man mit den Veränderungen umgeht, Unterstützung findet und auf die eigene Gesundheit achtet. Darüber hinaus bietet der Bereich weiterführende Links und Kontakte wertvolle Verbindungen zu Fachorganisationen und Selbsthilfegruppen.
Fazit
Der Umgang mit Demenz ist eine Reise, die Mut, Geduld und viel Liebe erfordert – aber auch überraschende Momente der Verbindung und Freude bereithalten kann.
Die wichtigsten Erkenntnisse: Verstehe, dass dein Angehöriger in einer anderen Realität lebt, aber noch immer Gefühle und Bedürfnisse hat. Kommuniziere mit Herz und Geduld – oft sprechen Berührung und Körpersprache lauter als Worte. Schaffe Freude durch angepasste Aktivitäten und sorge für Sicherheit ohne Würdeverletzung. Und ganz wichtig: Kümmere dich auch um dich selbst – nur so kannst du langfristig da sein.
Du bist nicht allein auf diesem Weg. Auch wenn die Demenz vieles verändert, bleibt der Mensch mit seiner Geschichte, seinen Gefühlen und seiner Würde erhalten. Manchmal sind es die kleinen Gesten – ein Lächeln, eine vertraute Melodie oder ein Moment der Ruhe –, die alles verändern. Jeder Tag kann ein guter Tag werden, wenn wir lernen, die Welt durch die Augen unseres Angehörigen zu sehen und mit dem Herzen zu kommunizieren.
Wichtige Punkte zum Mitnehmen:
- Der Umgang mit Demenz erfordert Verständnis: Versuche, die Welt durch die Augen deines Angehörigen zu sehen und seine bzw. ihre Realität zu akzeptieren.
- Kommuniziere einfach und liebevoll. Geduld, kurze Sätze, Blickkontakt und nonverbale Signale sind oft wirksamer als viele Worte.
- Nutze Fotoalben, beruhigende Aktivitäten und gemeinsame, einfache Erlebnisse, um schöne Momente zu schaffen.
- Struktur und Sicherheit geben Halt: Feste Routinen, visuelle Hilfen und ein sicheres Zuhause reduzieren Verwirrung und Ängste.
- Selbstfürsorge ist keine Schwäche. Nimm Unterstützung an, nutze professionelle Hilfe, Selbsthilfegruppen und finanzielle Unterstützung, um dich zu entlasten.
- Bleib menschlich und humorvoll: Kleine Anekdoten und ein Lächeln können den Alltag erleichtern und die Verbundenheit stärken.

Quellen:
¹ Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (2024): 80 Prozent der Menschen halten Demenz fälschlicherweise für einen normalen Teil des Alterns! https://www.deutsche-alzheimer.de/artikel/die-weltweit-groesste-demenzstudie-zeigt-80-prozent-der-menschen-halten-demenz-faelschlicherweise-fuer-einen-normalen-teil-des-alterns
² Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (2025): Fragebogen zur Angehörigen-Resilienz und Belastung (FARBE). https://www.stmgp.bayern.de/ministerium/veranstaltungen/fachtag-demenz/
³ Charité – Universitätsmedizin Berlin (2024): Alzheimer-Forschung: Vielversprechender Therapieansatz für Entzündungshemmung im Gehirn entdeckt. https://nachrichten.idw-online.de/2024/05/21/alzheimer-forschung-vielversprechender-therapieansatz-fuer-entzuendungshemmung-im-gehirn-entdeckt
⁴ Bundespsychotherapeutenkammer (2024): Auch Angehörige von an Demenz Erkrankten in den Blick nehmen. https://www.bptk.de/neuigkeiten/auch-angehoerige-von-an-demenz-erkrankten-in-den-blick-nehmen
⁵ Haberstroh, J., Neumeyer, K., Pantel, J. (2024): Kommunikations-TAnDem – Kommunikations-Training für Angehörige von Demenzkranken. https://www.dbl-ev.de/wp-content/uploads/2025/03/09_05_12-17_Haberstroh_Kommunikations-TAnDem.pdf
⁶ Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (2025): Angehörige von Menschen mit Demenz: Forschungsergebnisse und Perspektiven. https://www.deutsche-alzheimer.de/artikel/demenz-neues-fachbuch-zur-situation-pflegender-angehoeriger
⁷ Innovationsfonds G-BA (2025): AnDem-RoSe – Ressourcenrealisierung und Selbsthilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz. https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/neue-versorgungsformen/andem-rose.725